Lýsingurs Tagebuch

Teil 1 (2005)  / Teil 2 (2006)  /  Teil 3 (2007) / Teil 4 (2008) Teil 5 (2009)

Teil 2 (2006)

Dass mir mein Pferd das liebste sei,
sagst Du oh Mensch, sei Sünde.
Das Pferd blieb mir im Sturme treu,
der Mensch nicht mal im Winde.

Liebe Leser von Lýsingurs Tagebuch nicht wundern. Hier ist nun der zweite Teil ab Januar 2006. Den ersten Teil könnt ihr unter diesem Link finden: Lýsingurs Tagebuch Teil 1

Viel Spaß beim Lesen!

8. Januar 2006

Auf zu neuen Taten!

Das neue Jahr ist eine Woche alt, ich habe in meinem neuen Job als Verkäuferin angefangen und meine Reitzeiten werden weniger. Ich bin nun bemüht, diese Tage besonders schön zu gestalten mit viel Abwechslung, Zudem kann ich mich hundertprozentig auf Lena verlassen, sie ist echt eine Traumreitbeteiligung. Sie greift meine Ideen auf, arbeitet selbstständig und abwechslungsreich und fährt sogar zum Hof, wenn es ihr nicht so gut geht.

In diesem Jahr war ich erst zweimal bei Lissy. Beim ersten Mal wollte ich gern mal wieder im Unterricht mitreiten, da mir diese Gelegenheit nicht mehr so oft geboten sein wird. Allerdings hatten wir an diesem Tag mehrere Gastreiter, so dass unsere Halle übervoll gewesen wäre. Also bin ich mit Laura ausgeritten, aber es war so kalt, dass wir das Gefühl hatten auf dem Pferd festzufrieren. Erst eine lange Galoppstrecke hat uns etwas aufgetaut. Dennoch war ich echt froh, als wir wieder auf dem Hof waren.

Gestern war ich dann mit Lissy in der Halle und habe mal wieder mit Stangen und Cavaletti gearbeitet. Lissy ist dieses Mal tatsächlich ein paar Schritt deutlich getrabt, allerdings nur über die Stangen. Ich fürchte, es wird ein langer Weg zum Trab und vielleicht komme ich auch ohne Hilfe nicht weiter. 

Ich war mal wieder sehr überrascht von der Gelehrigkeit  meines Ponys, denn ich hatte auch ein Cavaletti zum freispringen aufgestellt, allerdings sollte er das nicht machen, solange er noch nicht warm war. In der ersten Runde gab es dann was zum Lachen, denn er ging im Schritt bis vor das Cavaletti, machte einen ganz langen Hals, dann sah es aus, als würde er leicht in die Knie gehen und dann machte er einen Riesenhüpfer über das kleine Hindernis. Ich hab so gelacht, dass mir der Bauch weh tat, denn Lissy blieb nach dem Sprung stehen und schaute mich an, als wollte er sagen: "Na, wie hab ich das gemacht?" Zum Schießen komisch, einer der Momente, wo ich mir eine Kamera wünsche.

Dann sollte er aber ja lernen, dass er nicht immer über das Cavaletti gehen soll, also habe ich mich ihm an dieser Stelle in den Weg gestellt und ganz deutlich "Vorbei!" gesagt und ihn am Cavaletti vorbeigeschickt. Das habe ich dann so drei-viermal von jeder Seite gemacht und dann ging er auf das Stimmkommando "Vorbei" außen am Cavaletti vorbei. Später dann im richtigen "Training" sagte ich wie immer "Hopp!" und er sprang hoch und weit über das Hindernis, das macht ihm so richtig Spaß. Ja, und dann trabte er über die Stangen, es waren fünf an der Zahl und jedesmal drei bis vier Trabschritte. Zum Schluss bin ich dann noch kurz ohne Sattel geritten, auch über die Stangen und habe das traben ganz deutlich gespürt, und es war sehr unbequem, mit viel Schwung im Rücken. Aber es war ganz deutlich Trab und somit hat das neue Jahr für mich erfolgreich angefangen.

 

2. Februar 2006

Abgefallen und Abgesattelt

Nein, ich habe den Reitsport nicht aufgegeben, aber etwas Besseres fiel mir nicht ein als Überschrift. Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen folgt nun die Geschichte: Am letzen Mittwoch konnte ich endlich mal wieder am Reitunterricht teilnehmen. Lissy lief erstaunlich gut und ich freute mich riesig mal wieder so richtig konzentriert reiten zu können. Nach dem Unterricht wollten wir wie immer noch eine kleine Runde reiten. Lissy war in der Woche zuvor sehr unkonzentriert gewesen und bei einer ebensolchen Runde gestolpert und mit mir zusammen gestürzt. Dabei ist nichts passiert, er ist nur in die Knie gegangen, aber ich konnte mich nicht halten. Ein Fleck an der Reithose war das Resultat. Doch dieses Mal wollte ich das nicht riskieren, also ritt ich ihn sehr aufmerksam vorwärts und es ging auch gut. Ich entschloss mich dazu noch einen kleinen Umweg zu reiten, als die anderen zum Hof abbogen, denn es gibt eine nette Kletterstrecke, die ich nutzen wollte. Auch das ging prima und Lissy lief einwandfrei. Als wir nun zu dem Weg ritten, wo die anderen ja schon auf dem Heimweg waren ritt ich etwas flotter um sie zu erreichen. An der Straße waren zwei Frauen mit Hunden, die wir kennen und eine Reiterin mit einem größeren Pferd. Die Hunde waren ruhig, nur das Pferd etwas nervös, so sah es aus. Auf die Entfernung dachte ich es, es wäre unser Reitpony vom Hof, welches öfter mal etwas nervös ist, darum ritt ich flott darauf zu, um eventuell helfen zu können. Beim Näherkommen, erkannte ich dann, dass es ein mir fremdes Pferd war. Als wir es fast erreicht hatten machte dieses Pferd einen Hüpfer, vielleicht hatte einer der Hunde sich bewegt. Das aber fand Lissy ganz schrecklich und machte auf dem Absatz kehrt. Darauf war ich nicht gefasst und es haute mich aus dem Sattel. Ich landete mehr als unsanft auf dem Boden, wobei ich mir selber den Ellenbogen zwischen die Rippen rammte und zum krönenden Abschluss ditschte ich auch noch mit dem Kopf auf den Boden. Ich sah kurz Sterne, dann war es wieder weg. Inzwischen war eine der Hundebesitzerinnen bei mir angelangt und fragte, ob es mir gut ginge. ich rappelte mich auf, meine Seite tat weh und ich hatte etwas Kopfschmerzen, aber es war auszuhalten. Lissy stand kaum fünf Meter weg von mir und schaute mich ganz verdattert an. Die fremde Reiterin hat sich übrigens nicht um mich gekümmert, schwaches Bild. Eine meiner Mitreiterinnen war inzwischen zurück gekommen und brachte Lissy zu mir. Ich bin wieder aufgestiegen und zum Hof zurück geritten.

Fazit: Rippenprellung und eine leichte Gehirnerschütterung und einen Klumpen im Magen für die nächsten Ausritte. Meine Verletzungen sind schon fast vergessen, aber der innere Schweinehund wird sicher noch eine lange Zeit laut kläffen...

Dann kam eine große Entscheidung, ich holte mir einen sehr gelobten Sattler, um meinen Sattel mal richtig prüfen zu lassen und ihm eine neue Polsterung zu spendieren. Lief auch alles gut, bis zu diesem Termin. Das erste was ich erfuhr war, dass der Sattel zu lang ist. Ich bräuchte also einen ohne Trachten. Soweit so gut, das Geld wächst nicht auf Bäumen, darum wollte ich sparen und fasst Weihnachten als Stichtag für den neuen Sattel ins Auge. Der andere sollte eine Polsterung bekommen, die meinem Gewicht und meiner Größe angepasst ist, wodurch ich ihn noch eine Zeit mit gutem Gewissen benutzen könnte.

Gestern Abend dann die Hiobsbotschaft: Bei meinem Sattel ist das Kopfeisen gebrochen. Na, das war ein Schock! Woher nun einen neuen Sattel nehmen, oder einen gebrauchten? Ich hab doch keine Ahnung von Sätteln und das Geld war über Nacht auch nicht in meinem Portemonnaie aufgetaucht. Guter Rat schien fast so teuer wie ein neuer Sattel. Ich habe im Internet gestöbert, Reitsportläden angerufen und Suchanzeigen gestartet. Nun habe ich mich entschieden, ich kaufe mir einen Solibel Töltsattel von Busse. Der kommt dem neuen Canaves Modell sehr nahe und ich glaube damit bin ich gut beraten. Der Preis ist natürlich immer noch eine Hürde, aber oft kommt ja Hilfe von unerwarteter Seite. Meine Mutter, die mir letztes Jahr noch sagte, ich solle nie ankommen, weil ich Geld für mein Pferd bräuchte, sie würde mir diese "Spinnerei" nicht finanzieren. Doch heute dann hat sie mir eine kleine Finanzspritze zugesagt. Also brauche ich nicht mit Alternativlösungen oder gebrauchten "Geht-vielleicht"-Sätteln herumdoktern. Einen Sattler vor Ort habe ich auch gefunden und hoffe nun, dass ich nicht noch zuviel Geld in die "Sattel-Leiche" stecken muss..

Aber trotz allem bin ich natürlich heilfroh, dass das gebrochene Kopfeisen bemerkt wurde, bevor es ernsthaft Schaden anrichten konnte. Nun hatten wir ein Ende mit Schrecken, statt einem Schrecken ohne Ende.

4. Februar 2006

Vertrauensfrage

Heute war ich auf dem Hof. Eigentlich wollte ich im Unterricht mit reiten, aber es fand keiner statt. Also war ich eine Dreiviertelstunde in der Halle mit Lissy und bin ohne Sattel geritten. Anfangs war es etwas wackelig für mich, aber es wurde immer besser. Was mir aber besonders aufgefallen ist, ist, dass Lissy sehr locker und entspannt lief, selbst wenn ich mal etwas "Schlagseite" hatte. Wir sind viel getöltet und auch zwei mal galoppiert, aber das kann ich mit meiner Rippe noch nicht so gut, es tut immer noch weh. Aber das Wichtigste ist doch, dass ich das Vertrauen in mein Pferd nicht verloren habe. Ich habe ein sehr schlechtes Gewissen im Moment, da ich nicht weiß, wie viele seiner Macken in der letzten Zeit schlussendlich auf das kaputte Kopfeisen zurück zu führen sind. Aber mit dem neuen Sattel mache ich es besser, da bin ich mir sicher.

Noch ein Wort zum "ohne-Sattel-reiten" Ich weiß, dass ich eine Menge Gewicht aufs Pferd bringe, aber ich bin dabei abzunehmen, doch das wird langsam vorangehen. Dennoch hatte ich nicht das Gefühl, dass es Lissy unangenehm ist, eher im Gegenteil. In der letzten Zeit hat er sich immer beim Aufsteigen leicht weggedreht und so. Ich vermute einfach mal, dass es am Sattel lag. Haute war er ruhig und gelassen und schritt ordentlich aus. Es wird keine regelmäßige Sache sein, dass ich ihn Ohne reite, aber in der Zeit, wo ich jetzt auf den neuen Sattel warte, wird es doch das eine oder andere Mal sein. Ich versuche möglichst gut und flexibel zu sitzen und ihn wenig zu stören. Außerdem sind die Reiteinheiten nicht so lang.

Übermorgen wiederhole ich das Ganze, bin gespannt, wie es wird.

Zu meinem "verschiedenen" Sattel noch ein Wort. Diese Sache ist für mich abgeschlossen und in eine Finanzkrise hat es mich auch nicht gerissen.

 

11. Februar 2006

Des Rätsels Lösung

Heute war ich wieder mal auf dem Hof, ziemlich aufgeregt, denn am Donnerstag ist mein neuer Sattel angekommen und heute wurde er anprobiert. Er passt! In der schmaleren Kammerweite und ohne Hilfsmittel wie Schweifriemen oder Vorgurt. Ein toller Sattel mit total anderem Sitzgefühl. Ich habe das Gefühl, viel besser zu sitzen, mein Bein fühlt sich länger an und mein Po sitzt da, wo er hingehört. Aber natürlich das Wichtigste: Lissy läuft prima, locker und entspannt auf beiden Händen, sogar der Galopp ist wieder da.

Ich bin so begeistert!

Ich habe aber auch echt Glück gehabt mit der Beratung. Die Frau vom Reitsportgeschäft war so motiviert und tatendurstig bei der Sache, dass es einfach nur Spaß gemacht hat mit ihr zusammen nach dem Sattel zu suchen. Sie kam extra zum Hof, um die Kammerweite aufzuzeichnen, hat quer durch Deutschland telefoniert, um einen Sattel mit weiterer Kammer zu bekommen, den wir aber dann ja nicht brauchten. Dann kam sie heute wieder mit zum Anpassen und Probereiten. Einfach super Service, tolle kompetente Beratung, Danke Michelle!

Ich freue mich auf eine schöne Reiterzeit mit neuem Sattel und neuer Entspanntheit unter dem Sattel...

PS: Bilder vom Sattel gibt es im PIXUM Album.

 

14. April 2006

Schweinehundfrei und zufrieden

Lange gab es nichts zu berichten, aber heute möchte ich mal wieder schreiben. Uns geht es prima. Ich habe es endlich geschafft meinen Schweinehund wieder an die Leine zu legen und kann nun auch wieder flotte Ausritte genießen. Gestern bin ich mit Laura ausgeritten, eine lange Strecke und auch neue Wege und es war nur schön. Lissy ist locker und entspannt gelaufen und ich hab ihn auch einfach laufen lassen auf den Galoppstrecken. Der neue Sattel ist sicher der größte Schlüssel zu Lissys Zufriedenheit und mein neu erstarktes Vertrauen kommt mit dazu.

Ich habe es nun auch gewagt für das kommende Freizeitturnier zu nennen, die einfache Töltprüfung soll es sein, beliebiges Tempo auf beiden Händen. Ich bin zuversichtlich, dass wir uns nicht blamieren werden. Wir üben schon eine ganze Weile und der Tölt wird immer besser. Heute habe ich ihn mit Glocken geritten und erst fand er es doof, da was an den Vorderhufen zu haben und lief wie auf Stöckelschuhen, doch nach ein paar Runden auf der Bahn wurde er dann richtig flott für seine Verhältnisse und auch der Galopp war heute schön gesprungen. Ich bin sehr zufrieden mit unseren Fortschritten und mächtig stolz auf mein Pony.

1. Mai 2006

Das "Million-Dollar" Pony

Heute möchte ich vom vergangenen Wochenende berichten, denn da war unser drittes Hausturnier und das zweite für Lissy und mich. Nach dem Fiasko beim letzten Mal ging ich mit sehr gemischten Gefühlen darauf zu. Am Samstag hatten wir unsere erste Prüfung, die T8 (beliebiges Tempo Tölt auf beiden Händen). Für den Sonntag hatte ich mich zu einem "Dollar-Ritt" angemeldet. Bei diesem ging es darum mit einem kopierten Dollarschein unter dem Po zu reiten und ihn möglichst lange dort zu behalten. Das klang witzig und nach einer Sache für uns, denn bei meinem bequemen Pony sah ich gute Chancen. Lena ritt am Samstag zudem noch die Geschicklichkeitsprüfung mit Lissy.

Das Wetter war etwas durchwachsen am Samstag, aber ich hatte Glück, zu meiner Prüfung war es trocken. Als ich Lissy von der Weide holen wollte stellte er sich furchtbar an und blieb alle zwei Meter stehen. Es war echt zum Haare raufen, zumal ich etwas knapp an Zeit war. Doch wir erreichten nach ein paar aufmunternden Klapsen auf den Pferdepo, etwas Hilfe einer Freundin und viel gutem Zureden dann doch den Anbindeplatz. Laura half mir dann noch beim Satteln, so dass ich mich in Ruhe umziehen konnte. Meine Hände zitterten und ich bekam kaum den Gürtel zu. Dabei war ich doch eben noch so ruhig gewesen. Ziemlich nervös machte ich mich auf den Weg zum Abreiteplatz und auf einmal merkte ich, dass mein Pony ganz locker mit gespitzten Ohren unter mir herlief, als wäre alles wie immer auf dem Hof und kein Turniertrubel weit und breit. Da wusste ich, dass ich das beste Mitte gegen Nervosität bei mir hatte: Lissy nämlich! Auf dem Abreiteplatz machten wir uns schön langsam und gründlich warm und als es dann an der Zeit war, einzureiten, da fühlte ich mich schon deutlich besser... bis zu dem Moment, als mein Name genannt wurde, da rutschte nämlich ein eiskalter 100 Kilo Stein in meinen Magen. Und wieder war es mein Pferd, das mir half, denn er trottete auf die Bahn als wollte er sagen: "Ach hier willst du hin, sag das doch gleich. Ist doch nur die Ovalbahn." Ich atmete tief durch, korrigierte wohl zum hundertsten Mal meinen Sitz und bereitete mich vor, anzutölten. Lissy ging etwas passig, was aber wohl an meiner Anspannung lag. Zudem hatten wir die Linke Hand genannt, was unsere bessere ist. Das war im Nachhinein nicht so gut überlegt. Nächstes Mal beginne ich wohl lieber mit der schlechteren Hand, dann bleibt der bessere Eindruck vielleicht eher im Gedächtnis der Richter, wer weiß?

Auf jeden Fall lief Lissy in seinem eigenen Tempo und war nicht aus der Ruhe zu bringen. Leider konnte ich ihn nicht wirklich unterstützen, da ich einfach doch sehr nervös war und immer wieder auf meinen Sitz achtete, dabei aber das Treiben vergaß oder die Zügel zu locker hatte. Dennoch bin ich zufrieden. Lissy war für mich gut, denn er blieb gelassen, wo mein Herz klopfte, ließ sich von den anderen Pferden in der Bahn nicht aus der Ruhe bringen und lief für seine Verhältnisse recht gut. Klar kann er besser, aber so haben wir im nächsten Jahr einen Steigerungsversuch.

Unsere Gesamtnote von 3.33 Punkten brachte uns auf Platz 11 von 13.

Lena holte in der Geschicklichkeit mit einer wirklich mehr als gelungenen Prüfung den zweiten Platz. Herzlichen Glückwunsch.

Bilder davon gibt es auf: www.stormurhof.de  (Galerie)

Am Sonntag mittag fand dann der bereits erwähnte Dollar Ritt statt. Zuerst hieß es, wir sollten ohne Sattel reiten und so hatte ich es auch geübt. Aber aus versicherungstechnischen Gründen wurde dann doch mit Sattel geritten. Auch gut. Wir waren 10 Starter und jeder bekam seinen Dollarschein unter den Hintern gelegt, dann ging es auf die Ovalbahn.

Wir begannen im ruhigen Schritt. Allerdings mussten wir aus versicherungstechnischen Gründen mit Sattel reiten. Der Schritt war keine Herausforderung und alle Scheine blieben unter den Reiterpopos. Also antraben... was höre ich da? "Petra, das ist KEIN Trab!" Nein, wie auch? Hatte ich aber im Vorfeld abgeklärt das mein Pony nicht traben kann. Nach kurzer Aufklärung war das auch ok so. Ich habe dann eben an den langen Seiten Schweinepass laufen lassen, das wackelt auch ordentlich... nicht ordentlich genug allerdings.

Doch der erste Schein fliegt... es ist nicht meiner... Wir galoppieren an... wieder scheiden Reiter aus... Dann mussten alle in die Mitte der Bahn und Zirkel traben/tölten... Danach gab es dann Schützenfestmusik und alle mussten zu einem Kommando kurz den Po anheben... was wieder einem Reiter den Schein entlockte... Wieder auf die Bahn. Schritt / Trab Übergänge, Anhalten, rückwärts richten, Handwechsel... und wieder Galopp... dann leicht traben... es waren noch vier Reiter... Dann kam Tölt / Trab im Entlastungssitz... und dann Galopp.... Runde um Runde, aber die letzten beiden Reiter schienen sich die Scheine an den Allerwertesten getackert zu haben.... nochmal in die Mitte... anhalten... sollen sie eine Mühle auf dem Pferd machen...? Nein, das Schicksal soll entscheiden... noch mal Galopp im Entlastungssitz... wenn ein Pferd aus dem Galopp fällt, dann scheidet es aus...

 Und die beiden reiten und reiten... man kann es der einen Reiterin schon ansehen, dass das nicht ihre bevorzugte Reitweise ist... gequältes Grinsen... und das Pferd schien auch nicht der geborene Galopper zu sein. Sie sorgten für einige Lacher, als man immer wieder hörte: "Los, hopp hopp! Du schaffst das Puschi... weiter weiter...!" Aber es halft und so standen die beiden letzten Reiter dann schließlich wieder in das Bahnmitte und es wurde sich geeinigt, dass es zwei Sieger geben sollte und so geschah es dann...

Habe ich erwähnt, dass ich einer der beiden letzten bin?

Grosses Lob an Puschi (Lýsingur) der sein Bestes gegeben hat und mich so zu meiner ersten Ehrenrunde auf einem Turnier trug...

Es hat irre Spaß gemacht und ich bin sehr sehr stolz auf mein Pony, dass sich so prächtig gemacht hat!

 

5. Juli 2006

Lissy das Seepferdchen

Endlich gibt es mal etwas Neues zu berichten. Leider haben wir noch immer keine neue Reitbeteiligung gefunden, aber ich hoffe weiter. Dann habe ich meinen Job wieder verloren, nach nur 5 Monaten fiel denen ein, dass sie doch Personal abbauen müssen, und da nun auch kein Geld mehr vorm Arbeitsamt kam passte das ja prima zusammen. Bis zum 1. August komme ich klar, aber dann werden wir rechnen müssen, mit jedem Cent. Darum hoffe ich ja auch auf eine neue Reitbeteiligung, was mir zumindest bei Lissy finanziell etwas Entlastung bringen würde.

Aber ich lasse mich auch hier nicht unterkriegen, ich schreibe fleißig Bewerbungen und lasse einfach den Kopf nicht hängen. Lissy bleibt auf jeden Fall bei mir, den gebe ich nicht wieder her.

Heute erst haben wir wieder mal ein tolles Erlebnis geteilt. Zuerst einmal sind wir eine kleine Runde ausgeritten, denn es war sehr heiß und nur im Wald erträglich, wo uns auch die Bremsen in Ruhe ließen. Wieder am Hof wollte ich Lissy nun gern endlich in den kleinen See bekommen, der zum Hof gehört. Fast alle Pferde lieben es, sich dort nach dem Reiten abzukühlen und ich wollte es Lissy auch zeigen, wie schön das ist.

Also habe ich mir Surfschuhe eingepackt und Wechselsachen, falls ich nass werde und war bereit es zu wagen. Wenn alle Stricke reißen, dann würde ich eben auf Lissys hinein reiten. Laura kam mit und half mir Lissy von hinten anzutreiben, nachdem sie Saela ins Wasser gebracht hatte. die dort gleich fröhlich planschte. Lissy war sehr skeptisch und schnorchelte das Wasser an. Nach einer langen Weile schien er dann überzeugt zu sein, dass ihn das Wasser nicht verschlingen würde und wagte mit seiner Nase an meiner Schulter den Abstieg ins Kühle Nass. Erst noch ganz zögernd, dann mutiger stapfte er hinein und inspizierte als erstes alles an Grünpflanzen, was dort wuchs. Als er die Fressbarkeit auf gar nicht bis "darf nicht" eingestuft hatte, wollte er dann auch wieder raus. Natürlich habe ich ihn dann gleich wieder rausgeführt, ihn ausgiebig gelobt und mich gefreut wie ein Schneekönig.

Seit diesem Tag gibt es keine Probleme mehr. Lissy geht ins Wasser, allein, in Gesellschaft, egal, ob die Pumpe läuft oder nicht. Ich freu mich drüber wieder eine Hürde genommen zu haben.

 

12. / 13. August 2006

Wir bilden uns weiter - Lehrgang auf dem Stormurhof

Nach langer Planung und Überlegung fand nun ein Lehrgang auf dem Hof statt und ich freute mich sehr darauf mal wieder unter fremder Anleitung zu reiten. Den Lehrgang leitete Andreas Windsio, den ich schon als Richter von diversen Turnieren kannte.

Am Samstag morgen ging es los und wir stellten in Zweiergruppen die Pferde vor. Nach dem Warmreiten und einem ersten Gespräch, woran wir denn arbeiten möchten, ritt Andreas die Pferde selber, was ich richtig gut fand. Er erklärte mir dann, dass Lissy eigentlich viel Tölt hat, aber sich sehr auf die Hand legt, was ihn auf die Vorhand bringt und passig werden lässt. Ich sollte ihn anfangs mit sehr hoher Hand reiten, und immer, wenn er sich allein trug sofort nachgeben. Wenn er zu schnell würde, dann sollte ich kurze knappe Wendungen reiten oder ihn gegen den Zaun stellen, so dass er langsamer werden muss. Dazu sollte ich viele Übergänge reiten und Rückwärtsrichten und daraus antölten. Nach ein paar Runden wurden die Phasen, in denen er sich auf die Hand legte wirklich weniger und durch meine hohe Hand konnte ich ihn gut regeln und unterstützen. Er zeigte sich sehr konzentriert und willig etwas Neues zu lernen, dass machte mir natürlich Mut.

Am Nachmittag kam eine junge Frau, die sich auf meine Reitbeteiligungsanzeige gemeldet hatte, um sich Lissy anzusehen. Sie war mir schon am Telefon sehr sympathisch gewesen und ich freute mich darauf, sie kennen zu lernen. Sie ritt Lissy dann gleich Probe und war begeistert vom Tölt und wie bequem er war. Sie hat nämlich noch keine Gangpferdeerfahrung. So habe ich nun auch eine neue RB gefunden und bin sehr zufrieden. Monika wird Lissy vornehmlich bewegen, am Unterricht teilnehmen und hoffentlich genauso viel Spaß mit ihm haben wie ich.

In der zweiten Einheit des Lehrganges haben wir dann sehr intensiv weiter geübt und dieses Mal überraschte mich Lissy wieder einmal, indem er gleich zu Anfang von der Hand wegkam und schön locker war. Die scharfen Wendungen waren echt eine Hilfe und ich habe wieder einmal erkannt, dass ich ihn am besten motivieren kann, wenn ich ganz viel Abwechslung einbringe und ihn immer wieder aus dem gewohnten Muster reiße. Andreas war auch ganz zufrieden mit uns und ich gönnte Lissy eine Entspannungsrunde nach der Arbeit. Dabei hat er dann leider ein Hintereisen verloren, was sehr ärgerlich war, denn am Tag zuvor hatte er im Unterricht schon das andere verloren und der Schmied war extra am Freitag Abend noch da gewesen und hatte es wieder aufgenagelt. Nun also das andere und unser Schmied war auf einem Turnier. Allerdings hatten wir noch zwei Pferde mit lockeren Eisen, und unser Schmied kam am Abend wirklich noch rum und brachte alles wieder in Ordnung. Das hieß aufatmen, denn ohne Eisen hätte ich nicht weiter machen können.

Der Sonntag begann wieder sehr arbeitsintensiv und Lissy steigerte sich noch einmal, was ich kaum für möglich hielt.  Allerdings braucht er noch immer die hohe Hand, aber das werde ich dann nach und nach wieder abbauen, wenn er eben dazu kommt, sich allein zu tragen. Andreas sagte mir dann, dass er Lissy, wenn er gut läuft durchweg eine 5.0 für den Tölt geben würde, was ja eine deutliche Steigerung ist, denn beim Turnier war eine 3,2 die höchste Töltnote für uns gewesen. Ich platzte fast vor Stolz.

Am Nachmittag machten wir dann eine Turnierübung, alle ritten eine Viergangprüfung und wurden von den anderen und Andreas benotet. Leider war Lissy sehr kaputt an diesem Nachmittag und zudem wackelten jetzt ein Vordereisen, aber dennoch war unsere Beurteilung sehr gut für unsere Verhältnisse. Das sein Galopp sogar in den Fünferbereich gehen kann, hätte ich nicht gedacht.

Mein Fazit ist, dass ich mein Pferd echt unterschätzt habe und es nicht mehr tun werde. Ich werde hart arbeiten, um das, was ich nun im Lehrgang erfahren habe, weiter zu trainieren und uns zu verbessern.

Mein großer Dank gilt Andreas, der mein Pferd ernst genommen hat und seine Stärken erkannt. Er hat nicht, wie mach namhafter Trainer abgewunken bei meinem Freizeitzausel, sondern sein Potenzial erkannt und mich dazu gebracht es heraus zu kitzeln. Dazu kommt die tolle, lockere Atmosphäre, die wir hatten. ein tolles Team, super Verpflegung und eine durchweg positive Stimmung. So macht reiten Spaß!

Ich freue mich schon auf den nächsten Lehrgang und werde nun sicher doch die eine oder andere Töltprüfung wagen, um zu sehen, ob wir das Level halten oder uns vielleicht sogar verbessern konnten...

 

4. / 5. November 2006

Wir bilden uns noch weiter - 2. Lehrgang auf dem Stormurhof mit Andreas Windsio

… und es geht weiter! Nach dem großen Erfolg des ersten Kurses bei Andreas war ich natürlich sehr gespannt auf die Fortsetzung. Der Wettergott war uns sogar gnädig, auch wenn er uns zeigte, warum der Stormurhof so heißt.

Wieder waren wir in Gruppen eingeteilt und Andreas erkundigte sich, wie wir allein weiter gearbeitet haben. Ich hatte ja seine Tipps konsequent befolgt und Lissy töltete inzwischen recht locker und flüssig in guter Aufrichtung, ohne auf der Hand zu liegen. Zudem hatte sich sein Galopp nach meinem Gefühl noch verbessert.

Die Hände konnte ich inzwischen auch wieder unten lassen, nur zum antölten brauchte es noch ein kurzes Annehmen nach oben hin.

Andreas bestätigte meine Beobachtungen und lobte mein Pferd und mich, was mich unglaublich stolz machte. Ich hatte auch weiter an der Gymnastizierung gearbeitet und inzwischen konnten wir ein ordentliches Schulter herein zumindest im Schritt auf beiden Händen.

In den Kursblöcken ritten wir vor allem viele Übergänge und gymnastizierten die Pferde. Andreas arbeitete an den kleinen noch vorhandenen Schwächen, lobte Fortschritte und half Lösungsansätze zu finden. Was mir wieder sehr gefiel, war das er eben jeden da abholt, wo er steht, egal, ob Mensch oder Pferd. Man steht nicht unter Leistungsdruck und schon kleine Forschritte sind ein Riesenerfolg. In einer solchen Atmosphäre macht es einfach Spaß zu arbeiten.

Zum Abschluss ritt ich Lissy dann mit Glocken, was ihm zusätzlich Takt und etwas Aktion brachte, nur eine winzige Steigerung, aber dennoch bemerkbar.

Am Ende des Kurses kam Andreas zu uns und ich wartete auf seine abschließende Beurteilung. Zu meiner völligen Verwirrung gab er mir die Hand und sagte: „Herzlichen Glückwunsch! Du kannst sehr stolz auf eure Leistung sein.“

Na, da war ich aber echt geplättet und natürlich sehr stolz, nicht nur auf mich und das ich alles, was er mir mit auf den Weg gegeben hatte auch umsetzten konnte, sondern auch auf mein gelehriges Pony, das mich immer wieder überraschte und mir zeigte, was noch alles in ihm schlummerte und nur darauf wartete geweckt zu werden.

Ich bin sehr gespannt auf die nächsten Kurse im neuen Jahr und natürlich auf das Hausturnier.

Danke Andreas und danke Lissy!

 

16. / 17. Dezember

Auf dem Boden... Kurs mit Frank Mierwaldt

Ich habe nun ein paar Tage überlegt, wie ich am besten schreibe und bin zu dem Schluss gekommen, es aus dem Bauch heraus zu tun, so wie ich es eben empfunden habe.

Also, der Kurs war...hm, durchwachsen trifft es wohl. Es war ja absolutes Neuland für mich, da ich Natural Horsemanship zwar vom Hörensagen kannte, aber eben noch nicht erlebte. Am ersten Tag, in der ersten Einheit war der Strom an Information etwas zuviel für mich und ich vermisste auch Erklärungen und etwas klarere Anleitungen. Ich stand bestimmt 20 Minuten herum und wusste nicht was ich tun sollte. Klar die anderen hatten es vorgemacht, aber irgendwie fehlte mir der "klick"... Und als er dann endlich bei mir ankam, der Frank, nicht der Klick, da war er auch schon wieder weg, bei einer anderen Teilnehmerin, deren Pferd nämlich ähnlich verwirrt schien wie ich. Der Kleine ging dann unter der Absperrung durch und kam zu uns, denn Lissy ist ja sein Paddockkumpel. Lissy stand wie ein Denkmal und schaute sich das Schauspiel dann an, wie Frank versuchte, der anderen Teilnehmerin den Weg zu zeigen, während ihr Pferd munter in unserem Bereich herumlief. Uns hat das nicht viel gebracht, ausser kalten Füßen und einer langen Pause für mein Pferd.
Dann gingen wir in die Halle, da es regnete und hier war weniger Platz, so dass wir dann auch mal wahrgenommen wurden. Lissy bekam ein Knotenhalfter, ich einen für mich zunächst viel zu langen Strick und dann sollten wir die Pferde um uns herum bewegen, die Hinterhand aktivieren zum Untertreten und zwischendrin immer wieder testen, ob das Pferd vorwärts gehen möchte und in dem Fall dann erstmal folgen. Das ging ganz gut. Lissy fand es nur blöd, wenn ich dann wieder mit dem Kreiseln anfing und wollte mich nicht mehr an seine Seite lassen, also wurde das dann die Aufgabe des Nachmittags, die wir auch nach etwas Übung bewältigten. Am Sonntag war es ähnlich, nur in der letzten Einheit wurde es dann richtig interessant, reiten mit Knotenhalfter und Strick, das war spannend, da ich Lissy ja manchmal mit einem Seilzaum reite, nur über Gewicht. Hier kamen dann auch endlich klare Anweisungen und Frank hat sich sogar selber draufgesetzt. Das fand ich dann richtig gut.
Nicht so toll war die Vorübung, als wir die Pferde zum Sattel hin longieren sollten. Die Sättel lagen also mitten in der Reitbahn und unsere noch recht ungeübten Pferde kamen ihnen gefährlich nahe. Nach einem dezenten Hinweis, dass der Kursleiter ja bei eventuellen Schäden versichert ist, durften wir dann plötzlich ganz schnell satteln... hmm was ich davon halten soll... aber wir auch immer. Der Kurs war für mich in dem Sinne lehrreich, dass ich nun weiß, dass ich in dieser Form keinen weiteren brauche, das NHS eine nette Sache ist, die aber nicht realisierbar ist, bei zwei bis drei Reitern eines Pferdes, die alle anders vorgehen. Ich werde einiges weiter führen, weiter nach "Be strict" arbeiten im Kleinen und wie vorher die Kurse wie ein Buffett sehen, wo ich mir auf den reiterlichen Teller packe, was ich mag und dann mal sehe, wann ich satt bin...

 

PS: Ich habe ganz vergessen zu schreiben, dass sich unsere Reitbeteiligungssituation geändert hat, denn Monika hat nach 2 Tagen bemerkt, dass ihr der Weg zu weit ist (?) Ok, dann eben nicht. Nun reiten Nina und ihre Tochter Pia an zwei Tagen in der Woche und zudem ist da noch Stefan, der sich im Oktober meldete und den ich dann noch für einen Tag in der Woche ins Team genommen habe. Ich bin sehr zufrieden mit den Dreien und ich glaube, Lissy auch, denn der liebt Abwechslung, auch was seine Reiter angeht. Und abwechslungsreich wird das neue Jahr für uns auf jeden Fall, denn zum einen stehen mehrere Kurse an bei Andreas und bei Anna & Friffi und dann natürlich die nächsten Turniere. Ich bin sehr gespannt!

Das soll es dann für dieses Jahr gewesen sein, denn ich sehe noch keine großen Infos mehr in den letzten zwei Wochen dieses Jahres für uns.

Lissy und ich wünschen allen Lesern des Tagebuches ein schönes Weihnachtsfest und einen stressfreien Einstieg ins Jahr 2007!!!

 

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